Projekt GemIni

Das GemIni-Projekt

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind in vielen Bereichen Vorreiter des technologischen Fortschritts - und erzielen damit einen Großteil der gesamten Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik. Doch sind sie auch Zwerge unter Riesen und tagtäglich dem Kampf David gegen Goliath ausgeliefert.

Projekt GemIni
BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel übergibt die GemIni Zuwendungsbescheide und besucht die Eschweiler-Röhrenwerke (Bild: N. Gottfroh, Aachener Nachrichten)

Sie müssen dafür kämpfen, nicht vor den großen Unternehmen und Global-Playern zu kapitulieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit der Fördermaßnahme «KMU-innovativ» kleine und mittlere Unternehmen dabei, einen Weg zu finden, gegen Großunternehmen zu bestehen und ihr Innovationspotenzial zu stärken. 

In dem Modellprojekt mit dem Titel «Gemeinschaftsinitiative zur Verbesserung von Wertschöpfung und Arbeitsfähigkeit» (Gemini) soll die Zusammenarbeit und Vernetzung von kleinen und mittelständischen Unternehmen verbessert werden. Das verbindende Thema ist dabei die Anpassung von aus der Großindustrie bekannten „Ganzheitlichen Produktionssystemen“ auf die Bedarfe der klein- und mittelständischen Unternehmen.

Projektbeteiligte sind die

  • Dr. Bergfeld Schmiedetechnik GmbH aus Solingen
  • die ESW Röhrenwerke GmbH Eschweiler,
  • das Unternehmen Emil Nickisch aus Burscheid und
  • als Forschungspartner das Würselener Forschungs- und Beratungsunternehmen MA&T Sell & Partner GmbH

Alle vier Produktionsunternehmen sind  in dem Bereich Schmiede- und Stahlindustrie beheimatet und  die Gestaltung zukunftsfähiger und konkurrenzfähiger Produktionssysteme ist für sie eine besondere Herausforderung. Als nicht geförderte Unternehmen ergänzen die Karl Höll GmbH aus Langenfeld und die Sundwiger Drehtechnik GmbH aus Hemer den Projektverbund. Die bsb GmbH aus Köln unterstützt die Beteiligung von Betriebsräten im Projekt und die Technologieberatungsstelle (TBS) beim DGB NRW e.V sowie der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. sind als Transferpartner aktiv.

Im Rahmen des Modellprojektes soll nun gemeinsam ein Produktionssystem für kleine und mittelständische Unternehmen in Form eines Managementmodells entwickelt und erprobt werden. Denn aus Gründen der Effizienz verlangten Großunternehmen von den kleinen Zulieferbetrieben auch immer häufiger zertifizierte Managementsysteme, die dort meist nicht vorhanden sind, erklären die Geschäftsführer der nun kooperierenden Unternehmen. «Für kleine und mittelständische Unternehmen ist es deshalb wichtig, wie die großen Unternehmen ganzheitliche Produktionssysteme zu entwickeln und einzusetzen, um Produktionsprozesse und Dienstleistungen zu steuern. Nur so können sie mit den großen in einer Liga spielen», erklärt der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide zur Förderung im Eschweiler Röhrenwerk. (Quelle:  Nicola Gottfroh, Aaachener Nachrichten, 03.05.2012).

Bei der Entwicklung dieser Systeme werden die Unternehmen auch die Belegschaft einbeziehen und vom Erfahrungsschatz der Mitarbeiter profitieren. Die Erfahrungen, die die Mitarbeiter in der Auftragsabwicklung, Fertigung und in der Qualitätssicherung bereits gesammelt haben, werden im Projekt genutzt. Zudem soll eine Überbetriebliche Zusammenarbeit dazu betragen, Innovationshürden zu überwinden und neue Produkte zu entwickeln.

Know-how bündeln

«Ziel des Modellprojekt ist es, dass die Unternehmen ihr Know-how zusammenbinden und Strategien entwickeln, um auch in Zukunft schlagkräftig zu sein», erklärt Rachel.

Neben Erfahrungsaustausch und Qualifizierung wird es die Aufgabe der betrieblichen Arbeitsgruppen sein, abgestimmte, unternehmensspezifische und -übergreifende Lösungen zu erarbeiten, die sich an den Interessenschwerpunkten der Kleinen und Mittleren orientieren. Die Kooperation soll in der gesamten Branche und bei den kleinen und mittleren Unternehmen der Region Synergieeffekte auslösen.